Aus der Schuldenkrise den Lärm rausnehmen zurück
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Viel Optimismus wurde am 24. Oktober im Private Banking der Raiffeisen-Landesbank Steiermark versprüht. Schuld daran war Wall Street Experte Markus Koch. Auf Einladung des Private Banking der RLB kam der n-tv-Börsenguru nach Graz um seine Sicht zu Schuldenkrise, Börsenturbulenzen und Eurorettungsschirmen vor ausgewählten Kunden darzulegen.
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Markus Kochs Resümee fiel dabei sehr positiv aus und unterschied sich damit deutlich von der momentan vorherrschenden Meinung. „Wir durchlaufen eine Konjunkturdelle, aber keine Rezession“, brachte er für viele überraschend auf den Punkt. „Ich rate ihnen im Augenblick keine Nachrichten zu sehen und zu hören. Das verwirrt nur. Stattdessen wäre es hoch an der Zeit den Lärm aus der Diskussion zu nehmen und alles sachlich zu betrachten.“ Das tat Koch dann auch. So erwartet er etwa, dass das US-Wirtschaftswachstum im 3. Quartal deutlich besser ausfällt als prognostiziert. Auch in Deutschland sind, so Koch, die Auftragsbücher voll. VW hat erst vor kurzem Toyota als größter Automobilhersteller der Welt abgelöst. Was Koch allerdings auch einräumt ist, „dass wir eine Abkopplung von dem erleben was ist, und dem was wir fühlen. Die allgemeine Stimmung ist viel negativer als die tatsächliche Lage.“
Dass es aber auch massive Probleme gibt, auch dass räumte Markus Koch ein. „Viele Staaten haben in den guten Jahren über ihre Verhältnisse gelebt und bekommen jetzt die Rechnung dafür präsentiert.“ Was Koch in der Diskussion besonders stört ist, „dass alle über einen Kamm geschoren werden. Irland lässt sich nicht mit Griechenland vergleichen, Spanien nicht mit Portugal. Da gibt es große wirtschaftliche Unterschiede.“ Schuldenkrisen sind für Koch auch nichts ganz Neues. „Die gab es in den letzten 30 Jahren 20 Mal in Europa. Denken sie nur an Schweden, Gro0ßbritanien und andere, die solche Krisen erlebten.“
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RLB Private Banking Leiter Prok. Mag. Stefan Tschikof, Markus Koch, |
Zum Euro sieht Markus Koch keine Alternative. „Er muss und wird überleben und hat vielen Vorteile gebracht. Der Binnenhandel wurde durch ihn richtig beflügelt.“ Ein Euro ohne Griechenland ist für Koch auch undenkbar, wenngleich er auch hier dafür plädiert die Kirche im Dorf zu lassen. „Die griechische Wirtschaft macht nur wenige Prozent der EU aus. Eine Pleite Griechenlands ist noch nicht der Untergang der EU.“ Auch Spanien und Italien sieht Koch nicht die Spitzen eines Eisbergs. „Sie sind Eisberge. Wenn Berlusconi jetzt richtig reagiert, dann fällt Italien nicht um.“
Für die Zukunft erwartet Markus Koch, dass das Wirtschaftswachstum in Europa gebremst wird, aber dennoch besser ausfallen wird als erwartet. Deutschland, Österreich und Frankreich werden besser abschneiden als erwartet.“ Für das Auf und Ab an den Börsen sind, so Koch, auch die Umfragen schuld. „Es ist doch immer dasselbe. Die Prognosen sind pessimistisch, der Aktienmarkt geht nach unten. Dann stellt sich heraus, dass alles viel positiver als erwartet ist und schon wird an den Börsen wieder gefeiert.“ Die turbulenten Börsenzeiten bleiben uns also vorerst erhalten.



