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Kärnten

Die Realwirtschaft ist nicht kaputt ... zurück

... Prof. Dr. Gregor van der Beek

Realwirtschaft

 

Wir sollten uns unsere gute realwirtschaftliche Performance nicht kaputt reden lassen …

 

Allerorten ist von der Krise der Wirtschaft die Rede, wobei es gar nicht so klar zu sein scheint, was da eigentlich in der Krise ist? Ist es eine Eurokrise, eine Finanzkrise, eine Schuldenkrise, eine Krise der gesamten Volkswirtschaft, oder mancherorts ist sogar von einer Staatskrise die Rede? Bei all diesem Gerede um die Krise, sollten wir eines nicht vergessen: Die Entwicklung der wichtigsten makroökonomischen und realwirtschaftlichen Größen, also die Entwicklung der Beschäftigung, bzw. Arbeitslosigkeit, die reale Entwicklung der Gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung, also des BIP, und auch die Stabilität des Euro sind in einer wirklich soliden Verfassung. Wir haben es mit einem Novum in der Geschichte der Nachkriegszeit zu tun: Noch die ist die realwirtschaftliche Entwicklung und die Performance der Finanzmärkte so stark auseinandergeklafft wie heute: die Realwirtschaft läuft so gut wie lange nicht mehr und gleichzeitig sind die Finanzmärkte trotzdem nervös. Und dies ist nicht nur erstaunlich, sondern auch in höchstem Maße irrational: Die finanzwirtschaftliche Lage kann ja nur die realwirtschaftliche widerspiegeln – woran sollte sie sich sonst orientieren? Genau das tut sie aber zurzeit nicht, sondern sie zeichnet ein allzu schwarzes Bild.

 

Da wird dann angeführt, dass es die Verschuldungssituation einiger EURO Länder ist, die der Tod des Euro sei. Natürlich haben die Griechen zu hohe Schulden und auch einige andere Länder. Aber dies ist keinesfalls ein neues Phänomen; weshalb es gerade jetzt zu einer Krise des Euro führen soll, ist unklar. Und bei allem Respekt vor Griechenland: schon mangels Masse ist Griechenland gar nicht in der Lage den Euro insgesamt in die Krise zu schicken. Da müssten sich die USA mit einem für ihre Volkswirtschaft wichtigen Bundesstaat wie Kalifornien – der ebenso verschuldet ist wie Griechenland - schon mehr Sorgen machen, denn anders als Griechenland, welches für die Gesamtheit des Euroraumes kaum eine Rolle spielt, spielt Kalifornien für die US Wirtschaft eine wichtige Rolle. Und niemand erwägt ernsthaft Kalifornien aus dem Dollarraum zu verbannen; mit Blick auf Europa spekuliert man hingegen über einen Ausschluss Griechenlands aus dem Euroraum; wir sollten solche Spekulationen einfach lassen. Trotz der Unkenrufe amerikanischer (und nur solche werden heute beachtet) Ratingagenturen, ist der EURO Stabil und zwar sowohl nach innen als auch nach außen. Nach innen bedeutet, dass wir keine nennenswerte Inflation haben; und wenn es eine solche u.U. geben wird in den nächsten Monaten, dann hat das etwas mit der guten Konjunktur der Realwirtschaft zu tun – da die Leute gutes Geld verdienen, geben sie es verstärkt aus, was zu Preisauftrieben führen kann: Ökonomen nennen dies Nachfragesoginflation – und nicht etwa mit den Schulden der Griechen. Und nach außen ist der EURO stabiler als uns lieb sein kann: gerade mir Blick auf die andere wichtige Währung im internationalen Zusammenhang, dem US Dollar, ist der Euro nicht zu schwach, sondern zu stark. Vergleicht man, was man mit einem Dollar in den USA und mit einem Euro in Europa kaufen kann, so kommt man auf ungefähr die gleiche Menge an Gütern – ein Hamburger in den bekannten Hamburger Ketten kosten hüben wie drüben 99 Cent; nur eben hüben in Eurocent und drüben in Dollarcent. Nach der Kaufkraftparität – wie es die Ökonomen nennen - müsste der Euro/Dollar Wechselkurs sich also eher in Richtung „eins zu eins“ bewegen; dass man seit einigen Monaten für einen Dollar zwischen 1,30 und 140 in EURO bekommt, spricht also für einen zu starken EURO. Um den EURO brauchen wir uns im Vergleich zu andern Währungen also nicht wirklich Sorgen zu machen, und dies gilt umso mehr für unsere realwirtschaftliche Entwicklung.

 

Wir können auf die Stärke der Realwirtschaft in Kärnten, Österreich und in den allergrößten Teilen des Euroraumes vertrauen; und dieses Vertrauen sollen wir uns nicht zerreden lassen von zum Teil rein spekulativen Entwicklungen des finanziellen Sektors.