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100 Jahre alt werden zurück

Tipps von Dr. Beatrix Thunn-Hohenstein, ärztliche Leiterin Thermenzentrum Geinberg.

"Alt werden ist keine Kunst, aber es ist eine Kunst, das Leben sinnvoll zu gestalten und kreativ zu bereichern, sodass es eine Lust ist, es zu ertragen ...", schrieb schon Johann Wolfgang von Goethe.

Langsam essen, viel reden

Es gibt viele Vorbilder, von denen sich selbst der, der über Internet mit der Welt in Verbindung steht, mit Überschallgeschwindigkeit von A nach B jettet und immer neue Technologien hervorbringt, noch etwas abkupfern kann.

Schildkröten z.B. können 300 Jahre alt werden. Eines ihrer Geheimnisse: Sie essen langsam und zu Hause. Muscheln bringen es auf 200 Jahre, vielleicht weil sie sich immer schön bedeckt halten? 150 Jahre erreichen die Elefanten, sie bewahren stets die Übersicht.

Selbst viel reden - und sei es nur Geplapper - kann gut sein, wie man an den Papageien sieht, die 100 Jahre alt werden können. Und auch Sturheit muss, wenn es ums Alter geht, kein Nachteil sein. Schließlich erreichen auch Esel ein dreistelliges Alter.

Entscheidend ist die Einstellung

Wer das Leben liebt und optimistisch in jeden neuen Tag geht, lebt nicht nur besser sondern auch länger. Schauen Sie daher mit Zuversicht ins 3. Jahrtausend! Denn schließlich gehört den Alten die Zukunft - automatisch! Wer heute jung ist, kann sich darauf freuen, schon morgen zur größten Gesellschaftsgruppe zu gehören.

Ein Quäntchen Wahrheit findet man in fast allen Märchen. Glauben Sie aber nicht die Kunde vom Weltuntergang. Die Apokalypse wurde zu jeder Jahrhundertwende erneut angekündigt, und jetzt leben wir schon im 21. Jahrhundert.

Mehr Vertrauen darf man dagegen schon den Ankündigungen der Gen-Forscher entgegenbringen: Wissenschaftler sagen die "Entschlüsselung des Alterungs-Gens" voraus. Dieses sogenannte Telomerase-Gen steuert die Zellteilung. Es ist in der Lage, den Körper - theoretisch - ewig jung zu halten. Der programmierte Zelltod wäre damit gestoppt.

Natürlich lauern Hürden auf dem Weg zum 100er

Herz- und Kreislauferkrankungen sind noch immer die Todesursache Nr. 1, und Krebs ist trotz Vorsorge und modernster Therapien immer noch eine große Lebensbedrohung. Dazu kommen die Krankheiten der modernen Genussgesellschaft: Erkrankungen des Verdauungstraktes, in erster Linie alkoholbedingte Schäden von Leber und Bauchspeicheldrüse oder Erkrankungen der Atmungsorgane.

... wie man diese Hürden überwindet

Bewegung ist eine Sache, um gesund alt zu werden. Die zweite ist die Ernährung. Hier einige Tipps: 

  • Trinken Sie mehr Wasser! 1 1/2 Liter täglich sollten zumindest aufgetankt werden!
  • Stellen Sie sich vor, Sie wären Ihr Magen. Fragen Sie sich, ob das, was Sie essen, auch wirklich gut schmeckt, riecht, aussieht - also mehr Sinnlichkeit beim Essen. Viele kleine Mahlzeiten, genussvoll verzehrt, sind angenehmer als Fressorgien. Ein gleichmäßiger Blutzuckerspiegel wird der Lohn sein. Empfehlenswert: möglichst abwechslungsreiche Kost aus Obst, Salat, Gemüse, magerem Fleisch und Fisch, Sauermilchprodukten, vollwertigem Getreide, Naturreis und Körnerbrot.
  • Legen Sie einmal pro Woche einen vegetarischen Tag ein.
  • Meiden Sie möglichst Weißmehlprodukte, weißen Industriezucker, Schweinefleisch und Wurstwaren. Trinken Sie statt Kaffee öfters grünen Tee. Dieser Energiespender enthält (wie Rotwein!) Polyphenols - gegen Krebs vorbeugende Stoffe.

Locker bleiben

Gene, das sagen Studien über 100-jährige, sind das wichtigste Startkapital. Je älter also die Vorfahren wurden, desto größer sind die Chancen, dass auch Sie einmal sehr viele Kerzen auf der Geburtstagstorte vorfinden können.

Stellen Sie sich ständig neuen Herausforderungen, auch im Alter noch. Und sorgen Sie dafür, dass Sie bis ins hohe Alter körperlich und geistig aktiv bleiben. Neben Veranlagung gilt Fitness - belegt durch eine Harvard-Studie über 100-jährige - als entscheidender Faktor für ein langes Leben.

Der vielleicht wichtigste Grundsatz zum Schluss: Bleiben Sie einfach locker! Die meisten 100-jährigen haben nämlich erstaunlich wenig dafür getan, so alt zu werden.