RBI mit Konzern-Jahresüberschuss von knapp 1,1 Mrd. Euro zurück
Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen stark gesunken
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"2010 war ein Jahr der Weichenstellungen sowohl für unser Unternehmen als auch für unseren Heimmarkt Zentral- und Osteuropa. Trotz des beträchtlichen Mehraufwands der Fusion konnten wir ein sehr erfreuliches erstes Jahresergebnis von über einer Mrd. Euro erzielen. Darüber hinaus haben wir uns mit dieser Fusion gut für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen und Markterfordernisse positioniert. Zentral- und Osteuropa hat insgesamt den Turn-around geschafft, und 2011 sollten alle Länder der Region auf den Wachstumspfad zurückkehren. Damit sollte der Bedarf an Finanzprodukten wieder deutlich steigen, und auch dafür sind wir bestens gerüstet", sagte Herbert Stepic, Vorstandsvorsitzender der RBI.
Videostatement Herbert Stepic
Die RBI wies für das Geschäftsjahr 2010 einen Konzern-Jahresüberschuss (nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen) von 1.087 Mio. Euro aus, was einem Zuwachs um 141,5 Prozent im Vergleich zum Pro-forma-Ergebnis der RBI im Vorjahr entspricht (pro forma 2009: 450 Mio. Euro). Positiv beeinflusst wurde das Ergebnis vor allem durch einen deutlich niedrigeren Bedarf an Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen, die um 46,5 Prozent auf 1.194 Mio. Euro zurückgingen (pro forma 2009: 2.232 Mio. Euro). Der Jahresüberschuss vor Steuern stieg um 62,9 Prozent auf 1.287 Mio. Euro (pro forma 2009: 790 Mio. Euro), während der Jahresüberschuss nach Steuern um 121,7 Prozent auf 1.177 Mio. Euro (pro forma 2009: 531 Mio. Euro) anstieg. Der Gewinn je Aktie stieg von pro forma 1,29 Euro im Jahr 2009 um 3,27 Euro auf 4,56 Euro. Für das Geschäftsjahr 2010 wird der Vorstand der Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 1,05 Euro je Aktie vorschlagen. Wenn die Hauptversammlung diesem Vorschlag folgt, würde die Ausschüttungssumme damit insgesamt 204,3 Mio. Euro betragen.
Betriebsergebnis im Jahresvergleich annähernd stabil
Das Betriebsergebnis der RBI ging 2010 um 1 Prozent auf 2.424 Mio. Euro zurück, was an höheren Verwaltungsaufwendungen und der im sonstigen betrieblichen Ergebnis enthaltenen ungarischen Bankenabgabe lag.
Während sich die einzelnen Ertragskomponenten unterschiedlich entwickelten, blieben die Betriebserträge im Lauf der Quartale 2010 relativ konstant. Das im Jahresvergleich erzielte Plus von 5 Prozent auf 5.403 Mio. Euro (pro forma 2009: 5.167 Mio. Euro ) war in erster Linie einem höheren Zinsüberschuss und Zuwächsen beim Provisionsüberschuss zu verdanken, während das Handelsergebnis sowie das sonstige betriebliche Ergebnis eine negative Entwicklung verzeichneten.
Der Zinsüberschuss wies mit einem Plus von 9 Prozent oder 296 Mio. Euro auf 3.578 Mio. Euro die beste Entwicklung aller Ertragskomponenten auf. Ein Teil dieses Zuwachses ging auf das Geschäftsvolumen zurück, da das Kreditwachstum nach dem durch die Finanzkrise ausgelösten Wachstumseinbruch im Vorjahr 2010 in einigen Märkten wieder leicht positiv war.
Ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die wirtschaftliche Gesamtsituation in den Heimmärkten der RBI im Jahresverlauf verbesserte, war der Anstieg des Provisionsüberschusses von 5 Prozent auf 1.491 Mio. Euro.
Kreditrisikovorsorgen rückläufig
Aufgrund verbesserter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen sowie aktiv gesteuerter Maßnahmen zur Stabilisierung des Kreditportfolios gingen die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen 2010 um 47 Prozent oder 1.038 Mio. Euro auf 1.194 Mio. Euro zurück.
Organischer Rückgang der Bilanzsumme
Mit der rückwirkend dargestellten Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB stieg die Bilanzsumme zu Jahresbeginn 2010 um 69,4 Mrd. Euro. Im Jahresabstand nahm sie um 14,5 Mrd. Euro auf 131,2 Mrd. Euro zum Jahresende ab. Dieser Rückgang war geprägt vom Interbankengeschäft. Aufgrund der Aufwertung des US-Dollars und der meisten CEE-Währungen erhöhte sich die Bilanzsumme um rund 2,4 Mrd. Euro. Um diese Effekte bereinigt ergab sich eine organische Reduktion der Bilanzsumme von rund 12 Prozent oder 16,9 Mrd. Euro.
Kernkapitalquote bezogen auf Kreditrisiko auf 12,2 Prozent erhöht
Durch die Fusion der Raiffeisen International mit den Hauptgeschäftsfeldern der RZB erhöhte sich das Eigenkapital um 2.325 Mio. Euro, in der Hauptsache bestehend aus dem Partizipationskapital und Gewinnrücklagen. Im Rahmen der Fusion erfolgte durch die Einbringung auch eine Kapitalerhöhung aus Eigenmitteln. Das gezeichnete Kapital wurde dadurch um 125 Mio. Euro auf 596 Mio. Euro (exklusive eigener Anteile von 593 Mio. Euro) erhöht.
Nach Berücksichtigung der Verschmelzung erhöhte sich das Eigenkapital der RBI inklusive des Kapitals der nicht beherrschenden Anteile im Jahresvergleich um 12 Prozent oder 1.078 Mio. Euro auf 10.404 Mio. Euro zum Bilanzstichtag.
Die Kernkapitalquote bezogen auf das Kreditrisiko stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 12,2 Prozent. Die Kernkapitalquote bezogen auf das Gesamtrisiko erhöhte sich um 0,3 Prozentpunkte auf 9,7 Prozent, wobei die Core Tier 1 Ratio um 0,4 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent stieg. Die Eigenmittelquote verringerte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 13,3 Prozent.
Ausblick 2011
Nach Abflauen der Krise und im Zug der sich nunmehr abzeichnenden gesamtwirtschaftlichen Erholung peilt die RBI mittelfristig und einschließlich der Akquisition der Polbank einen Return on Equity vor Steuern von 15 bis 20 Prozent an. Hierbei sind künftige Akquisitionen, etwaige Kapitalerhöhungen sowie heute noch nicht absehbare regulatorische Anforderungen nicht berücksichtigt.
Für 2011 plant die RBI ein merklich höheres Wachstum des Kundenkreditvolumens als im Vorjahr (2010: 4,3 Prozent). Dabei strebt sie regional betrachtet den höchsten absoluten Zuwachs des Kundenkreditvolumens in CEE an.
Unter Kundengesichtspunkten plant die RBI, dass der Bereich Corporate Customers weiter das Rückgrat des Geschäfts bilden soll, und der Bereich Retail Customers mittelfristig einen größeren Anteil am Kundenkreditvolumen des Konzerns einnehmen soll als bisher. Durch den erfolgreichen Abschluss der Akquisition der Polbank wird das Segment Zentraleuropa gemessen am Kundenkreditvolumen weiter an Bedeutung gewinnen.
Betreffend das Kreditrisiko rechnet die RBI mittelfristig mit einem weiteren Rückgang der Neubildungsquote (Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen im Verhältnis zu den durchschnittlichen Kreditrisikoaktiva). Auf Basis der derzeitigen Markteinschätzung wird davon ausgegangen, dass die Non-performing Loan Ratio (Anteil der notleidenden Kredite am Kundenkreditbestand) auf Konzernebene im zweiten Halbjahr 2011 ihren höchsten Stand erreichen wird.
Die Bankenabgaben in Österreich und Ungarn werden im Jahr 2011 voraussichtlich zu einer Ergebnisbelastung von rund 130 Mio. Euro (davon rund 90 Mio. Euro für Österreich und rund 40 Mio. Euro für Ungarn) führen.
Die RBI plant 2011 ein kapitalmarktbezogenes langfristiges Wholesale-Funding-Volumen von rund 6,5 Mrd. Euro, wovon bis Anfang März bereits 2,3 Mrd. Euro erfolgreich platziert wurden.
Die Anzahl der Geschäftsstellen soll für den Konzern im Jahr 2011 etwa stabil bleiben, wobei es aber in einzelnen Ländern weiterhin zu Optimierungen des Geschäftsstellennetzwerks kommen kann.
Der Online-Geschäftsbericht ist unter http://gb2010.rbinternational.com abrufbar. Die englische Version ist unter http://ar2010.rbinternational.com im Netz. Sie können dort auch gedruckte Exemplare bestellen.
Alle angeführten Zahlen gemäß International Financial Reporting Standards (IFRS). Die Raiffeisen Bank International AG (RBI) nahm ihre Geschäftstätigkeit offiziell im vergangenen Oktober auf, die Gründung der neuen Bank ist allerdings rückwirkend mit 1. Jänner 2010 gültig. Bis auf die Jahresendzahlen 2010 werden die Zahlen auf Pro-forma-Basis veröffentlicht.


