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Cash is king zurück

In der Finanzkrise ist Liquiditätsmanagement gefragt

MMag. Manfred Kvasnicka (Senior Manager), PriceWaterhouseCoopers
In der Finanzkrise können Liquiditätsengpässe nicht mehr durch Erhöhung der Kreditlinien ausgeglichen werden. Alternativen müssen gefunden werden, Liquiditätsmanagement ist gefragt.

Effizientes Liquiditätsmanagement hilft Engpässe zu vermeiden. Es kann genügend Spielraum geschaffen werden, um kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen nachkommen zu können. Die Optimierung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung, aktives Working Capital Management sowie ein individuelles, liquiditätskennzahlenbasiertes Steuerungssystem bilden die Grundlage dafür.

Liquidität freisetzen

Durch den Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögenswerte, wie Grundstücke, nicht strategische Beteiligungen, dem Sale and Lease back von Gebäuden und Maschinen, kann Liquidität generiert werden.

Birgit Grader, PricewaterhouseCoopers
Diese führt zum Abbau von Verbindlichkeiten und andererseits wiederum zur Erhöhung der liquiden Mittel. Auf der Passivseite der Bilanz besteht die Möglichkeit, durch Einwerbung von Eigenkapital, der Hereinnahme von nachrangigem Fremdkapital durch Mezzaninfinanzierer oder mittels Refinanzierung von bestehenden Aktiva eine Eigen- bzw. Fremdkapitalerhöhung zu erreichen. Durch eine Verlängerung der Zahlungsfristen, Teilzahlungen, Zahlungen mittels Wechsel oder Scheck können Zahlungen über einen längeren Zeitraum gestreckt und dadurch Mittelabflüsse reduziert werden.

Hinsichtlich der Möglichkeiten der G&V-Optimierung (Umsatzerhöhung bzw. Kostensenkung) sollen in diesem Zusammenhang lediglich zwei Gedanken erwähnt werden: „Jeder eingesparte Euro muss nicht finanziert werden.“ Gerade in Krisenzeiten können lange überlegte, aber nie umgesetzte Maßnahmen neu angegangen werden. Vorsicht ist bei kurz- versus langfristiger Optimierung angebracht, denn mühsam aufgebaute Schlüsselkompetenzen und positives Image eines Unternehmens verdienen bei Kostensenkungsprogrammen besonderen Schutz.

Working Capital Management

Capital Employed wird durch aktives Working Capital Management freigesetzt, der Zinsaufwand verringert, Free Cash Flow und Profitabilität gesteigert und letztlich die Liquidität verbessert. Ziel ist, durch die Optimierung der Vorräte, der Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen das Gleichgewicht zwischen Kapitalbindung, Prozesskosten und –qualität sowie Liquidität herzustellen und zu überwachen.

Liquiditätskennzahlen

Liquiditätskennzahlen dienen zur Messung der statischen Liquidität und geben Aufschluss über das kurzfristige finanzielle Gleichgewicht eines Unternehmens. Bestimmten Vermögenswerten werden kurzfristigen Verbindlichkeiten gegenübergestellt. Daraus ist Aufschluss über die statische Zahlungskraft eines Unternehmens zu erlangen. Dynamisch werden diese durch rollierende (z. B. tägliche) Betrachtung.

Jede dieser beschriebenen Maßnahmen hat allerdings eine zeitliche Dimension und erfordert entsprechende Vorbereitung. Zu berücksichtigen ist auch, dass bei so gut wie allen Maßnahmen Verhandlungen mit bestehenden oder potenziellen Partnern durchzuführen sind. Diese verfolgen oft eigene, nicht immer deckungsgleiche, häufig sogar konträre Interessen. Für gewöhnlich wollen Kunden so spät wie möglich bezahlen, Lieferanten hingegen bevorzugen eine rasche Begleichung. PwC hilft Ihnen gerne, auf Ihre individuelle Unternehmenssituation zugeschnittene Maßnahmen zu identifizieren und zu integrieren.

Birgit Grader und MMag. Manfred Kvasnicka (Senior Manager), PricewaterhouseCoopers