Gedanken der Geschäftsleitung im Jänner 2012. zurück
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Wir sehen in der aktuellen Situation im Vergleich zum Beginn des Jahres 2011 einen wesentlichen Vorteil: Heute ist uns allen klar, dass wir 2012 vor sehr großen Herausforderungen stehen. Das letzte Jahr hingegen haben viele von uns doch etwas blauäugig begonnen, der damals vorherrschende Optimismus war – wie sich im Nachhinein herausgestellt hat – etwas übertrieben.
Jetzt sind wir am Boden der Realität gelandet. Wir wissen, dass wir in Europa für Fehler, die in den letzten 10 Jahren passiert sind, geradestehen müssen. Uns ist klar, dass eine gemeinsame Währung, die uns extrem viele Vorteile bringt, nur dann funktionieren kann, wenn die vorhandenen Spielregeln eingehalten werden. Viele mussten endlich zur Kenntnis nehmen, dass sich Staaten nicht ungestraft unendlich verschulden können etc. etc.
Eines ist vielen noch nicht bewusst: Dass das Grundprinzip für die Lösung der anstehenden Probleme nicht „weniger Europa“ heißen kann, sondern nur eine Vertiefung der europäischen Integration. Nur durch gemeinsames Handeln können wir die Herausforderungen in einer globalisierten Welt meistern. Die Verzahnung von Wirtschaft und Politik der Einzelstaaten untereinander ist dermaßen stark, dass sich Probleme in einem Land unweigerlich auf viele andere Staaten massiv auswirken. Dies gilt für Europa, aber in weiten Bereichen für große Teile der Erde.
Dass all diese Themen für uns und unsere Politiker natürlich enorme Aufgaben mit sich bringen, braucht nicht näher erläutert zu werden. Aber Probleme sind da, um gelöst zu werden; mit Ausnahme einiger Kassandrarufer, die es immer gibt, gehen die meisten Führungskräfte in Politik in Wirtschaft und Politik davon aus, dass die bestehenden Herausforderungen zu bewältigen sind.
Der Weg wird mit Sicherheit kein einfacher sein, neben positiven Entwicklungen wird es immer wieder Rückschläge geben. Eine zentrale Frage für die Entwicklungen im Jahr 2012 ist natürlich jene nach der weiteren Entwicklung in Italien, der drittgrößten Wirtschaftsmacht im EURO-Raum. Nach dem Abgang von Berlusconi hat die neue Regierung mutige Schritte gesetzt, die eine gute Ausgangsposition für eine Entwicklung in eine gute Richtung darstellen sollten. Italien ist damit noch nicht über dem Berg, aber die Chancen für eine Rückkehr zu normalen Verhältnissen sind deutlich gestiegen.
Auch vor den sonstigen „Peripheriestaaten“ wie Griechenland, Spanien und Portugal liegen noch schwierige Zeiten, die Bevölkerung dieser Länder muss in den nächsten Jahren harte Einschnitte hinnehmen.
Wie sieht es mit unserem Österreich aus? Vergleichsweise gut, wenn wir unsere Zahlen für Beschäftigung, Wachstum und Staatsverschuldung betrachten. Aber die Regierung hat völlig richtig erkannt, dass auch bei uns eine Kehrtwende hin zu einer vernünftigen Budgetpolitik dringend erforderlich ist. Die Herabstufung der Republik durch eine Ratingagentur am 13. Jänner gibt zusätzliche Motivation für eine Kurskorrektur. Wir sind sicher, dass wir Österreicher es schaffen werden, das Schiff in die richtige Richtung zu lenken. Der Druck, der jetzt auf unseren Politikern lastet, hat den großen Vorteil, dass sie sich jetzt hoffentlich an dringend erforderliche Reformen heranwagen, um die sie in den letzten Jahren einen großen Bogen gemacht haben.
Neben den vielen bisher angeführten Problemen dürfen wir eines nicht vergessen: Die österreichische Wirtschaft (das sind in Wirklichkeit die in der Wirtschaft arbeitenden Österreicherinnen und Österreicher) ist extrem leistungsstark und international konkurrenzfähig. Wir sind mit der deutschen Wirtschaft eng verbunden, was aber nur möglich ist, weil wir genauso wettbewerbsfähig sind wie unsere deutschen Nachbarn. Die deutsche Industrie hat sich im vergangenen Jahr relativ gut gehalten, was sich natürlich auch auf die österreichischen Exporte positiv ausgewirkt hat. Wir werden sehen, wie sich die deutschen Anlagen – und Autobauer im heurigen Jahr entwickeln werden.
Insgesamt schätzen wir die Problemlösungskompetenz der Österreicherinnen und Österreicher als sehr hoch ein, wir sind ein Volk von fleißigen, gut gebildeten Menschen, deshalb glauben wir fest daran, dass wir die auf uns zukommenden Herausforderungen gut bewältigen werden.
In diesem Sinne ist auch die Planung unseres Hauses für das Jahr 2012 eine durchaus ambitionierte. Wir gehen davon aus, dass wir sowohl bei den Einlagen als auch bei den Krediten wieder ein spürbares Wachstum verzeichnen werden. Um die Weiterentwicklung am Kremser Markt voranzutreiben, beschäftigen wir uns intensiv mit der Planung für die Neugestaltung unserer Bankstelle am Dreifaltigkeitsplatz, welche zuletzt im Jahre 1990 umgebaut wurde.
Vor uns liegt ein spannendes und herausforderndes Jahr, wir gehen mit Optimismus und Tatkraft in diese neue Periode. Aufgrund unserer sehr guten Eigenkapitalsituation, der hohen Kompetenz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und des Vertrauens unserer Kunden sind wir sehr zuversichtlich, dass wir auch heuer wieder erfreuliche Ergebnisse erzielen werden.
Gehen wir´s an!

