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Gedanken der Geschäftsleitung zur Euro-Entwicklung. zurück

Chart  Euro-Krise?

Heute liegt der Euro/Dollar-Kurs rund bei 1,23, das bedeutet, für einen EURO müssen wir 1,23 US-Dollar hinlegen. Wer weiß eigentlich noch, wie dieses Verhältnis am 1. Jänner 2002, bei Einführung des EURO als neue Währung, aussah? Damals mußte man für einen EURO weniger als einen Dollar zahlen, nämlich rund 89 US-Cent; somit ist der EURO zur Zeit gegenüber dem Dollar um ein gutes Viertel mehr wert als bei seinem Debut. Siehe 10-Jahres-Chart.

Als gegen Ende 2002 und nachhaltig im Jahre 2003 der EURO die Ein-Dollar-Marke durchbrach und sich in Richtung 1,10 Dollar pro EURO entwickelte, wurden seitens der Exportwirtschaft und der Tourismusbranche große Sorgen geäußert, dass durch den "starken EURO" die Amerikaner unsere Waren und Dienstleistungen nicht mehr nachfragen und somit die EURO-Länder große Nachteile erleiden würden.

Warum beim jetzigen EURO/Dollar-Kurs von 1,23 alle von einer "EURO-Krise" sprechen, ist für uns nicht leicht zu beantworten. Im Gegenteil: Ein schwächerer EURO-Kurs bringt für so stark exportorientierte Länder wie beispielsweise Deutschland und Österreich wesentliche Wettbewerbsvorteile mit sich.

Wir hören umgekehrt aus der Schweiz, daß die Wirtschaft dort wegen des starken Franken Probleme bei den Exporten und in der Tourismusbranche befürchtet.

Aus unserer Sicht haben wir keine EURO-Krise, sondern einzelne Staaten (allen voran Griechenland) haben Probleme mit ihrer hohen Staatsverschuldung und der fehlgeleiteten Budgetpolitik.

Die Europäische Union schützt daher mit ihren zuletzt gesetzten Maßnahmen weniger den EURO als einzelne Staaten, die durch ihre schlechte Wirtschafts- und Budgetpolitik an Kreditwürdigkeit verloren haben..

Diese Dinge werden natürlich in der Öffentlichkeit wenig differenziert dargestellt, sodaß sich viele Kunden Sorgen um ihre Währung machen. Vereinzelt fragen uns Kunden um unsere Meinung und wollen wissen, was sie in dieser Situation tun sollen. Unsere Aufgabe als Bank ist es, einige Zusammenhänge ins rechte Licht zu rücken und die Menschen zu beruhigen. Es besteht aus unserer Sicht überhaupt kein Grund zur Panik.

Wenn jemand unbedingt Gold als sogenannte "Krisenwährung" kaufen will, müssen wir dabei darauf hinweisen, dass Gold zur Zeit extrem teuer ist und wir damit rechnen müssen, dass sich der Wert dieses Investments in den nächsten Jahren wahrscheinlich wieder wesentlich reduzieren wird.

Unser Tipp: In unruhigen Zeiten kühlen Kopf bewahren und sich nicht durch eine öffentliche Hysterie zu Fehlentscheidungen hinreißen lassen. Währungskursschwankungen sind in der langfristigen Betrachtung ein völlig normales Phänomen.

Geschäftsleiter Dr. Herbert Buchinger und Mag. Reinhard Springinsfeld