Konjunkturlokomotive Asien - Pazifik zurück
![]() |
Die Konjunkturlokomotiven in Asien - China und Singapur – waren Thema einer Kundenveranstaltung am 23. Mai 2011 in der Raiffeisen-Landesbank Steiermark.
|
Hierzu waren eine ganze Reihe von China- und Singapur-Experten eingeladen, allen voran die langjährige China-Korrespondentin des ORF, Frau Mag. Cornelia Vospernik.
Sie erzählte, dass sie als „Fallschirm-Korrespondentin“ nach China ging. Darunter versteht man jene Korrespondenten, die aus dem Stand ein Land verstehen sollen. Dementsprechend überrascht war sie, dass viele Klischees nicht erfüllt wurden und ihr vieles geradezu unchinesisch vorkam, bekannte Frau Vospernik. Die ORF-Korrespondentin erzählte aber auch vom ambivalenten China.
In China gibt es Parallelwelten. Auf der einen Seite den Luxus in den Städten, auf der anderen Seite die Landbevölkerung, die ihren sozialen Status nicht überwinden kann. Es gibt viele Wanderarbeiter, die wie Gastarbeiter im eigenen Land wahrgenommen werden. Und es gibt keinen Ruf nach Demokratie, wie in den arabischen Staaten. Das ist in China ein Minderheitenprogramm. Trotzdem ist das System momentan sehr nervös, was sich auch in der Verhaftung des Menschenrechtlers und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo bemerkbar machte. Die Wahlen zum Volkskongress nächstes Jahr werfen laut Frau Mag. Vospernik offensichtlich ihre Schatten voraus.
Mit der Wirtschaft Chinas beschäftigte sich Herr Mag. Andreas Werner, General Manager der Raiffeisen Bank International in Peking. Er beschrieb, dass das Land bei seinem Bevölkerungswachstum jährlich 15 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze braucht. Ein Wirtschaftswachstum von 9 % sei daher zwingend. Probleme sieht Herr Mag. Werner bei der Inflation. Wenn diese nicht unter Kontrolle gebracht werden kann, muss das Wachstum künstlich gebremst werden. Dann drohen soziale Unruhen.
Herr Mag. Werner rechnet daher mit drakonischen Maßnahmen gegen die Inflation und mit einem weiteren Wachstum um 10 %. China bleibt damit auch für steirische Firmen ein interessanter Markt.
Eine steirische Firma, die schon länger in China tätig ist, ist die Porzellanfabrik Frauenthal. Das Unternehmen wagte 2001 den ersten Schritt nach China und ist seit 2004 auf diesem Markt aktiv. Die Porzellanfabrik Frauenthal fertigt u. a. Wabenkatalysatoren für Kraftwerke. Diese sind auch mehr als notwendig in China – das Land verbrennt rund 3 Milliarden Tonnen Kohle pro Jahr.
Im Gegensatz zu China kennt Singapur keine Umweltprobleme. Der Stadtstaat gilt als eines der saubersten Länder der Erde. Obwohl das Land nur so groß ist wie der Bezirk Feldbach, leben hier mehr als 5 Millionen Menschen.
Singapur gilt wirtschaftlich als Tor nach Asien. Wie Herr Mag. Rainer Silhavy, General Manager der RBI in Asien, berichtete, sind in Singapur rund 500 Banken und Finanzinstitute präsent. Das Land gilt als einer der vier größten Finanzplätze der Welt - zusätzlich haben hier etliche globale Unternehmen ihren Sitz.
Als Beispiel für ein steierische Unternehmen in Singapur ist die Solartechnikfirma S.O.L.I.D. aus Graz zu erwähnen, die in Singapur die größte solare Kühlungsanlage der Welt. Auf einer Solarfläche von 3.900 m² werden ca. 2.200 MWh/Jahr produziert.




