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| Seit März 2009 Aufwärtsdynamik der Aktienmärkte |
| Kursrallye bei riskanteren Vermögenskategorien |
| Sind die Aktien und Unternehmensanleihen noch attraktiv? |
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Die Eskalation der Finanzmärkte ist bereits über ein Jahr alt. Am 15. September 2008 erfuhr die staunende Welt, dass es doch einen Großen der Investmentbanken erwischt hat. Das Wort Lehman Brothers wird zum Synonym für den totalen Vertrauensentzug, unter den Banken genauso wie unter den Produzenten.
Seit März 2009 beginnen die Aktien- und die Kreditmärkte ihren Steigflug. Was anfangs nur nach einem vorübergehenden Atemholen ausgesehen hat, gewinnt seit den Sommermonaten zusehends an Aufwärtsdynamik. Innerhalb eines halben Jahres werden die Verluste nach Lehman fast gänzlich aufgeholt. Auf den Finanzmärkten wohlgemerkt! In der Realwirtschaft sieht das noch anders aus.
Prall gefüllt mit Liquidität von den Zentralbanken haben die Finanzinstitute eine Kursrallye bei riskanteren Vermögenskategorien entfacht, die wohl unter weitgehendem Ausschluss von institutionellen und privaten Anlegern stattfand. Die Umschichtungen von risikolosen Geldmarktanlagen auf Aktien, Unternehmensanleihen, Emerging Market-Assets und Rohstoffe hat auch einen realen Hintergrund. Die vielbeachteten Vorlaufindikatoren der Konjunktur, wie ISM- und Ifo-Index, haben seit dem Winterquartal eine erste Stimmungsverbesserung für die wichtigen Volkswirtschaften angezeigt. Daher sind die Schätzungen für das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) quer über den Globus seit Mitte August wieder nach oben revidiert worden.
Kein Wunder also, dass die Aktien und Unternehmensanleihen ihre Kurssteigerungen noch nicht beendet haben. Selbst 60 bis 100 Prozent Kursexplosion seit Anfang März 2009 sind daher für viele Börsenindizes kein Grund an eine baldige Trendwende zu glauben. Skepsis und Ungläubigkeit haben die institutionellen Investoren und Privatanleger bisher großteils noch immer von nennenswerter Beteiligung auf den Risikomärkten ferngehalten. Die um 30 bis 40 Prozent tieferen Umsätze gegenüber dem Vorjahr belegen dies eindrucksvoll. Doch irgendwann werden die hohen Barbestände und die abreifenden Zinsbindungen mit noch hohen Zinssätzen auf lukrative Märkte drängen.
Doch sind die Aktien und Unternehmensanleihen noch attraktiv? Ja, es verstärken sich die Anzeichen, dass die Gewinnsituation für 2010 in die meisten Branchen einen markanten Umkehrprozess einleiten wird. Gab und gibt es 2009 noch Gewinneinbußen zwischen 15 und 44 Prozent, liegen die Prognosen für das kommende Geschäftsjahr bei den gängigsten Börsenindizes schon zwischen plus 15 und 40 Prozent Gewinnzuwachs. Aufkommende Firmenübernahmen (Kraft will Cadbury, Dt. Telekom will Nextel/Sprint…) belegen, dass auch die Manager die "Konkurrenz" für langfristig preiswert halten.
Doch entscheidend wird etwas ganz anderes: Wann werden die großen Zentralbanken der Welt ihre enorme Liquiditätsbereitstellung wieder einsammeln? Erholung statt Aufschwung dürfte aber das Motto 2010 sein, so dass der Wechsel von Hoffnungen und Enttäuschungen auch in den nächsten zwölf Monaten für turbulente Kapitalmärkte sorgen wird. Unternehmensanleihen sollten da vergleichsweise stabilere Kursentwicklung und Kurspotenzial aufweisen, da die Renditeaufschläge auf Staatsanleihen noch immer groß sind.
Den Vortrag können Sie auch als Video unter www.anlegerforum.tv ansehen.
30. Oktober 2009
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