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"Fast schon Export-Weltmeister" zurück
Dr. Walter Koren, Leiter der Außenwirtschaft Österreich (AWO), im Gespräch
Österreichs Exporterfolge: 
Die Gründe, die Tipps
Startvorteil im Osten
Umwelttechnik und Hightech als Zukunftsbranchen
Step by step die Welt erobern
Service der Hausbank nutzen

Herr Dr. Koren, neuerdings wird Österreich als Export-Europameister gepriesen. Im Vorjahr wurden erstmals Waren im Wert von über 100 Mrd. Euro exportiert, mit Dienstleistungen betrug das Exportvolumen beinahe 150 Mrd. Euro. Was sind denn aus Ihrer Sicht die Gründe für diesen Erfolgslauf?
 
Fast schon Weltmeister. Österreich eroberte Platz 7 unter allen exportierenden Ländern der Welt. Wir reihen uns somit in den Reigen der Top-Exportnationen wie der Schweiz und Schweden. Österreich hat in puncto Ausfuhrzuwachs sogar den Exportkaiser Deutschland überholt. Darauf können wir mit Sicherheit stolz sein. 103 Mrd. Euro Warenexporte und 36 Mrd. Euro Dienstleistungsexporte sind für ein so kleines Land gewaltig. Präsident Leitl hat folgenden Vergleich geprägt: "Sechs von zehn Euro erwirtschaften heimische Unternehmen im Ausland“. Die Exportquote von knapp 60 Prozent ist für uns ein Ziel gewesen, das wir erreichen wollten. Wie wir das geschafft haben? Mit hoher Flexibilität, ausgezeichneten Produkten, Handschlagqualität, Zuverlässigkeit und vor allem aufgrund unserer Kapazität, sich auf neue Herausforderungen richtig einzustellen. 

Wir sind also ganz gut unterwegs. Es gibt aber immer Verbesserungsmöglichkeiten. Unser neues Ziel ist es, bis zum Jahre 2010 die 200-Mrd.-Euro Exportgrenze zu durchbrechen. Obwohl die Weltmärkte sicherlich heiß umfehdet sind und die Konkurrenz nicht schläft, werden wir dieses ambitiöse Ziel erreichen.
 
Welchen Anteil haben Klein- und Mittelbetriebe am Exporterfolg?
 
Einen enorm hohen und dieser soll noch weiter steigen. Ein strategisches Ziel ist es, dass Österreich den weltweit größten Anteil an Exporteuren von kleinen und mittleren Unternehmen hat. Bei den Kleinen denke ich vor allem an Gewerbe- und Handwerksbetriebe und an IT- und Consulting-Unternehmen. Die Exportquote bei dieser Gruppe liegt bei lediglich sieben bzw. zehn Prozent der Gesamtumsätze. Ich sehe da sehr viel Potenzial. Österreichische Firmen stellen gerne ihr Licht unter den Scheffel. Denn es ist ihnen oft nicht bewusst, dass rund um unser Land der europäische Binnenmarkt ist. Dazu bedarf es sicherlich auch noch einer gewissen Veränderung in den Köpfen: sozusagen eine Mentalitätsverschiebung und ein wenig mehr Mut. Courage um über die imaginären Grenzen zu springen und dadurch wiederum mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Unsere Produkte sind Spitzenklasse, es fehlt manchmal jedoch am Marketing.
 
Als Leiter der Außenwirtschaft Österreich, die über 107 Stützpunkte in 72 Ländern verfügt, haben Sie einen weltweiten Überblick. Wo sind die Hotspots, welche Länder sind für heimische Firmen besonders erfolgversprechend?
 
Für Erstexporteure sind es in erster Linie die deutschsprachigen Länder oder Regionen, die hohe Chancen auf Erfolg bringen. Unser Hauptexportmarkt ist Deutschland, mit knapp 32 Prozent Anteil am Außenhandel. Italien, da vor allem Südtirol, und die benachbarte Schweiz haben hohes Potenzial. Es handelt sich dabei um gute Einstiegsmärkte, weil die Sprachbarriere wegfällt und die kulturellen Unterschiede geringer sind. Beide sind etwas höher, möchte man in osteuropäische Länder exportieren. Der Image- und Wettbewerbsvorteil Österreichs gegenüber der Konkurrenz aus den anderen EU-Ländern ist dabei aber nicht zu unterschätzen. Es sei an Tschechien, Ungarn oder an Slowenien gedacht, aber auch an die neuen Mitgliedsstaaten Bulgarien und Rumänien. Wir Österreicher verfügen in den osteuropäischen Märkten über ein sehr gutes Netzwerk an Dienstleistern aus Österreich. 

Durch und mit diesen Unternehmen, die uns aus der Heimat bekannt sind und mit denen wir zusammenarbeiten, haben wir einen enormen Startvorteil. So agieren beispielsweise Versicherungen, Banken, Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder sozusagen als Flugzeugträger für andere Exporteure. Die osteuropäischen Länder sind dann nicht mehr Neuland und gewisse Anfangsschwierigkeiten lassen sich leichter überbrücken. Die Top-Exportdestinationen mit dem größten Exportpotenzial generell für die nächsten Jahre sind die EU-Staaten, Südosteuropa, USA, einige der GUS-Staaten, und die sogenannten BRICS. Also Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika.

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