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Teil II - "Fast schon Export-Weltmeister" zurück

AWO-Leiter Walter Koren: Tipps für KMU

Worauf Klein- und Mittelbetriebe beim ersten Schritt über die Grenze achten sollten.

Und was sind die erfolgversprechendsten Branchen?
 
Die heimische Exportwirtschaft wird und muss vor allem in den Zukunftsbranchen wie Hightech, Energie, Umwelt, Nahrungsmittel, Automobilindustrie und Gesundheit punkten. Ein besonderes Augenmerk gilt unsererseits der Förderung der Exportaktivitäten im Umwelttechnikbereich. Mit dem Netzwerk Energie- und Umwelttechnik International NUI der WKÖ soll dieser dynamische Industriezweig mit über 600 Unternehmen bei seinen Auslandsaktivitäten und Auslandsgeschäften unterstützt werden.“
 
Die Außenhandelsstellen der Wirtschaftskammer Österreich unterstützen Firmen im Ausland unter anderem beim Markteintritt, bei der Geschäftsabwicklung und bei der Unternehmensgründung. Was sind Ihre wichtigsten Tipps für Firmen, die im Ausland tätig werden wollen?
 
Der erste Rat ist sicherlich jener, vor einem Exportgeschäft mit der AWO in Kontakt zu treten. Unser weltweites Netzwerk von 107 Büros in 72 Ländern erbringt hochqualitative Serviceleistungen. Soviel Know-how, Know-who und Expertise hat kein anderes Land und stellt es seinen Firmen maßgeschneidert zur Verfügung. Die Eckpfeiler sind Information, Coaching und die richtigen Events. Sie sind von entscheidender Bedeutung. Wir bieten 1.100 eigene Publikationen zu Branchen, Märkten und speziellen Fachthemen. Darüber hinaus begleiten und betreuen wir ganz persönlich. Rund 2.000 Mal am Tag beraten meine Kolleginnen/Kollegen im In- und Ausland. Das persönliche Coaching reicht dabei vom Auslandsmarketing in der gesamten Bandbreite über die Klärung von Rechts- und Steuerfragen bis zur ganz konkreten Suche des idealen Geschäftspartners.
 
 
Immer mehr Klein- und Mittelbetriebe unternehmen den Schritt über die Grenze. Worauf sollten KMU dabei achten?
 
Für den Erfolg der Exportaktivitäten sind Information und Beratung schon in der Heimat von entscheidender Bedeutung. Wir sind sozusagen Komplettanbieter. Als Internationalisierungsagentur Österreichs bieten wir ein One-Stop-Shop-Service und motivieren heimische Firmen zum Sprung ins Ausland. Erste Anlaufstelle sind die Außenwirtschaftsreferentinnen/-referenten in ihrer Landeskammer. Fragen der Exportabwicklung und die Auswahl der Zielmärkte wird geklärt. Step by Step – bewährt hat sich das Hinausgehen in konzentrischen Kreisen: unmittelbare Nachbarschaft, nach Europa und für die schon Erfahreneren in die weite Welt. Wir lassen sie bei keinem ihrer internationalen Schritte im Regen stehen. Die Teams der Außenhandelsstellen führen unsere Firmen in "ihre" Märkte und begleiten sie ein sehr gutes Stück ihres Weges in neue Welten.

Stichwort Mittel- und Osteuropa: Österreichische Firmen sind besonders in Ost- und Südosteuropa erfolgreich unterwegs. Märkte, zu denen wir aus historischen Gründen eine enge Beziehung haben. Geht diese Poleposition, die wir in diesen Ländern haben, verloren oder sind heimische Firmen hier nach wie vor in einer guten Ausgangslage?
 
Wir sind in Top-Form und in einer Vielzahl der mittel- und osteuropäischen Länder größter Auslandsinvestor. Österreichs Poleposition muss aber immer wieder aufs Neue gegenüber dem starken Mitbewerb aus westeuropäischen Ländern wie Deutschland, Frankreich oder die Niederlande verteidigt werden. Wir sind sicher in einer guten Ausgangslage, da viele österreichische exportnahe Dienstleister vor Ort unsere heimischen Unternehmer tatkräftig unterstützen. Das Service der Hausbank ist Gott sei Dank internationalisiert, ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Diese "first mover" Rolle gilt es nun in Südosteuropa, aber auch in der Ukraine und in Russland auszubauen. Diese positive Ausgangslage sollte viele weitere KMUs dazu motivieren den Schritt über die Grenzen zu wagen.

Herr Dr. Koren, herzlichen Dank für das Gespräch.