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Thermische Sanierung zahlt sich für jeden aus zurück

Raiffeisen-Immobilienexperte Roger Klimek im Gespräch

Roger Klimek; Foto: Raiffeisen - Veröffentlichung honorarfrei bei Angabe der BildquelleWarum sich eine thermische Sanierung rechnet, worauf es dabei ankommt und wie man zu öffentlichen Förderungen kommt, erläutert Roger Klimek, Immobilienexperte der Raiffeisen-Landesbank Tirol.

 

Herr Klimek, ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs entfällt auf den Gebäudebereich. Einsparungen in diesem Bereich durch eine thermische Sanierung von Immobilien verbessern also ganz wesentlich die "Umweltbilanz". Was aber hat der Einzelne davon? Für wen zahlt sich thermische Sanierung aus? 

Roger Klimek:
Einerseits spart man bares Geld. Andererseits gibt es zwei weitere wesentliche Komponenten, die eine thermische Sanierung ab einem gewissen Gebäudealter (ab ca. zehn Jahren und älter) mehr als nur rechtfertigen: die Zukunft unseres Planeten bzw. des Lebensraumes unserer Nachkommen und das neue Wohngefühl. Das alles macht eine thermische Sanierung logisch.

Viele schrecken vor einer thermischen Sanierung ihres Hauses oder ihrer Wohnung beim Gedanken an die Kosten zurück. "Rechnet sich das für mich überhaupt, kann ich mir das leisten?", lauten die Fragen vieler Hauseigentümer.

Klimek: Ja, diese Frage muss man sich stellen. Aber wer sich eine thermische Sanierung leisten kann und diese auf Grund einer reinen Kosten-Nutzen-Rechnung nicht macht, der handelt im Grunde unverantwortlich – gegenüber sich selbst, den Mitmenschen und der Umwelt. Attraktive Förderungen ermöglichen es den meisten Menschen, thermische Sanierungen umzusetzen. 

Wenn man dann trotzdem jeden zweiten Urlaub streichen muss, dann ist das schon ein Einschnitt in unserem Leben. Das verstehe ich. Aber ich gebe in diesem Zusammenhang zu bedenken: Die Energiekosten werden weiter massiv steigen. Ich gehe davon aus, dass sich eine thermische Gebäudesanierung mittelfristig für jeden rechnet, auch wenn die Investition auf den ersten Blick kostspielig erscheint.

Die Rentabilität einer thermischen Sanierung errechnet sich nicht aus den Preisen von heute, sondern aus den kommenden Preissteigerungen. Genau aus diesem Grund fördern der Staat und die Bundesländer thermische Sanierungen – um die Bevölkerung vor hohen Betriebs- bzw. Energiekosten in Schutz zu nehmen.

Wie würden Sie einem Haus- oder Wohnungsbesitzer den idealen Ablauf bei einer thermischen Sanierung beschreiben? Wie geht man dieses Vorhaben am besten an?

Klimek: Wohnungsbesitzer müssen zuerst einmal die Hürde einer gemeinschaftlichen Entscheidung aller Eigentümer nehmen.
Wenn eine ganze Wohnungseigentumsgemeinschaft thermisch saniert, hat das noch mehr Potenzial, da die Kosten auf alle Eigentümer aufgeteilt werden. Dann sind große und effiziente Sanierungen möglich. Wichtig ist, dass alle Miteigentümer von der Notwendigkeit und dem Nutzen der thermischen Sanierung überzeugt sind und der Hausverwaltung klare Aufträge erteilen.

Grundsätzlich empfehle ich allen Eigenheimbesitzern die Inanspruchnahme einer ausgebildeten Umsetzungshilfe! Was bedeutet das? Sobald Sie mehr als zwei Bereiche sanieren (z. B. Fassade dämmen, Fenster und Heizanlage erneuern), braucht es eine professionelle Baubetreuung. Erstens können Angebote durch Fachleute viel besser bewertet werden, zweitens wird auf die Qualität geachtet und drittens werden alle Maßnahmen schneller erledigt.

Oft bezahlt sich ein "Sanierungscoach" (Baumeister, Architekt) gewissermaßen selbst, weil passende Angebote mit entsprechender Qualität im richtigen Zeitrahmen gefunden und umgesetzt werden.

Die thermische Sanierung ist aus naheliegenden Gründen auch der öffentlichen Hand ein Anliegen. Auch heuer wieder gibt es den Sanierungsscheck. Wie kommt man zu dieser Förderung?

Klimek: Zusätzlich zu den vielfältigen Sanierungsförderungen in den einzelnen Bundesländern erfolgte mit 1. Februar 2012 eine Neuauflage des Sanierungsschecks. Der Bund stellt für die thermisch-energetische Sanierung von privaten Wohngebäuden ein Förderkontingent von insgesamt 70 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Förderungsaktion ist bis 31. Dezember 2012 limitiert.
Sollten die Fördermittel bereits vor diesem Datum ausgeschöpft sein, kann von den Bundesministerien eine vorzeitige Beendigung festgelegt werden.

Die Förderung kann in jeder Raiffeisenbank in Österreich oder direkt bei der Raiffeisen Bausparkasse beantragt werden. Die dafür geschulten Wohnbauberater in den Raiffeisenbanken unterstützen Sie gerne bei der Beantragung und Abwicklung der Förderungsformalitäten.

10. Februar 2012