Bringen wir es gleich zu Beginn auf einen Nenner: Die positiven Impulse auf den Kapitalmärkten überwiegen. Diese erfreuliche Botschaft wurde den rund 600 Gästen im Congress Center Villach überbracht. Grund für den Andrang: Die Kärntner Raiffeisenbanken und die Raiffeisenlandesbank Kärnten in Zusammenarbeit mit Raiffeisen Capital Management (RCM) waren Gastgeber zur diesjährigen Roadshow unter dem Motto "Kapitalmärkte: Wirklichkeit und Zukunft".
Positive Zukunft
"Die genossenschaftliche Struktur von Raiffeisen wird sich auch in Zukunft bestens bewähren", sagt Vorstandsdirektor Georg Messner von der Raiffeisenlandesbank Kärnten. Der Gastgeber nahm die künftigen Herausforderungen der Branche ins Visier. Eine der aktuell wichtigsten Aufgaben für die Banken: die neue Wertpapier-KESt und ihre Umsetzung im Tagesgeschäft. "Wir fühlen uns ein wenig unwohl, als Steuereintreiber der Nation bezeichnet zu werden", meint Messner, der aber in eine positive Zukunft blickt. Vor allem das Thema Sicherheit spiele eine große Rolle, was sich auch in den Wertevorstellungen von Raiffeisen widerspiegelt.
Empfehlung: Unternehmensanleihen
Die Eurozone werde es auch in zehn Jahren noch geben, prognostiziert Gerhard Aigner, Geschäftsführer von Raiffeisen Capital Management. Er widmete sich jenen Themen, die derzeit das Kapitalmarktgeschehen beeinflussen. So habe die derzeitige Japankrise nur temporäre Auswirkungen auf den Kapitalmarkt. "Der Yen wird wahrscheinlich schwächer", sagt Aigner, der aber die Krise in Arabien mit Argusaugen beobachtet. "Ein Ölpreis über 150 Dollar würde uns Wirtschaftswachstum kosten." In Europa ist Griechenland das Sorgenkind und "liegt bereits auf der Intensivstation", so der Finanzexperte. Spanien und Italien befinden sich auf dem Weg der Erholung. Wobei Osteuropa die Finanzmärkte besser im Griff habe. Als Investment empfiehlt Aigner Unternehmensanleihen, vor allem von Firmen in den Emerging Markets. "Diese Länder haben ihre Hausaufgaben gemacht", meint Aigner.
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| V. l. n. r.: Vorstandsdirektor der Raiffeisenlandesbank Georg Messner, Journalistin und Nahost-Expertin Karin Kneissl, Geschäftsführer von Raiffeisen Capital Management Gerhard Aigner, RCM-Vertriebsleiter Georg Wildner |
Großer Konsumhunger
Die Emerging Markets - dazu zählen unter anderem China, Indien, Staaten in Zentral- und Osteuropa - sind auch die Domäne von Karin Kneissl, freie Journalistin sowie Nahost- und Öl-Expertin mit Lehrauftrag an der Universität Wien. Sie bescheinigt diesen Märkten in nächster Zukunft eine "sexy" Wachstumsdynamik. Kneissl: "Vor allem der Hunger nach Rohstoffen aus dieser Region verspricht weiterhin gute Aussichten für Anleger. Das wird die Preise 2011 weiter nach oben treiben." Außerdem spiele der Konsumhunger der Emerging Markets eine große Rolle. "Sie haben Nachholbedarf auf allen Ebenen", sagt Kneissl, "denn die Mittelschicht in den Emerging Markets werde immer größer." Risiken sieht Kneissl aber in der politischen Instabilität und einer Überhitzung der Märkte dieser Länder. Wohin Sie ihr Geld investieren würde, wollte Wirtschaftsjournalist Florian Fischer-Fabian und Moderator des Abends wissen. "In die Türkei und Brasilien, hier steckt viel Dynamik dahinter."
Sicherheit, Ertrag und Wachstum
Die Emerging Markets sind einer der Kernmärkte für Raiffeisen Capital Management. Seit vielen Jahren widmet sich das Fondsmanagement mit großem Know-how diesen wichtigen Märkten. Doch gerade bei der Geldanlage gilt vor allem eines: "Panik ist ein schlechter Begleiter, wenn man in Aktien investiert", sagt Günther Schmitt, Fondsmanager bei RCM, der via Videoeinspielung aus Wien zugeschaltet wurde. 2011 sei aber laut Schmitt ein gutes Jahr für Aktien. "Die Anlagestrategie soll aber nicht heißen entweder oder sondern sowohl als auch", meint dazu RCM-Vertriebsleiter Georg Wildner. Das Zauberwort heiße Streuung. Ein breit aufgestelltes Portfolio sei der beste Garant für ein erfolgreiches Investment, so Wildner. Bestes Beispiel dafür: Die Raiffeisen Fonds "Sicherheit", "Ertrag" und "Wachstum".
Im Anschluss an die Veranstaltung mischten sich die Experten bei einem kärntnerischen Nudelbuffet unter die Gäste.
Zitiert:
Georg Messner:
Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch den Aktienmärkten gut.
Gerhard Aigner:
Ich würde mir wünschen, dass der Euro sogar ein wenig schwächer wird.
Karin Kneissl:
Die Türkei ist das China Europas.
Günther Schmitt:
Die Stimmung unter den Unternehmen ist gut, es wird vermehrt investiert.
Georg Wildner:
Anleihenfonds gehören in jedes Portfolio.
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