Betriebspensionen werden attraktiver

Mag. Andreas Zakostelsky, Vorsitzender des Vorstandes der Valida Vorsorge Management und Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen Welche Auswirkungen hat die Novelle zum Pensionskassengesetz auf Unternehmen und deren Mitarbeiter? Darüber informiert im folgenden Interview Mag. Andreas Zakostelsky, Vorsitzender des Vorstandes der Valida Vorsorge Management und Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen.

Mit Jahresbeginn ist die Novelle zum Pensionskassengesetz in Kraft getreten. Davon betroffen sind über 800.000 unselbstständig Beschäftigte, die Anspruch auf eine Firmenpension haben. Was sind die wesentlichsten Eckpunkte, die wichtigsten Neuerungen?

Mag. Adreas Zakostelsky: Die begünstigten Arbeitnehmer und Pensionisten profitieren von ausgebauten Wahlmöglichkeiten wie beispielsweise dem Wechsel in eine Garantievariante für Firmenpensionen. Unternehmer können durch die Neuerungen bei den variablen Beiträgen flexibler agieren.

Bei Klein- und Mittelbetrieben sind Pensionskassenlösungen noch nicht so verbreitet. Die Möglichkeit, die Arbeitgeberbeiträge flexibler als bisher und erfolgsabhängig zu gestalten, soll hier Abhilfe schaffen. Wie sieht dies konkret aus?

Zakostelsky: Unternehmer können neben einem fixierten Sockelbeitrag zusätzlich höhere variable Beiträge leisten. Der Sockelbeitrag liegt bei zumindest 2 % des laufenden Bezugs jedes begünstigten Mitarbeiters. Die Leistung der variablen Beiträge kann in der Betriebsvereinbarung geregelt werden und muss im Verhältnis zu einer betrieblichen Kennzahl – wie etwa Gewinn oder Umsatz - stehen. Die Mitarbeiter partizipieren direkt am Erfolg des Unternehmens, weshalb die variablen Beiträge ein attraktives Instrumentarium zur Mitarbeitermotivation darstellen. Den Betrieben hilft der niedrige Sockelbeitrag bei der Finanzplanung.

Flexibilität wird auch beim so genannten Lebensphasenmodell großgeschrieben. Welche Vorteile bringt das Modell? Unter welchen Voraussetzungen kann es genutzt werden?

Zakostelsky: Durch das Lebensphasenmodell können die Begünstigten zwischen Veranlagungsstrategien mit unterschiedlicher Risikoneigung wählen. In jungen Jahren sind Ertragserwartungen und Risikobereitschaft meist höher. Bis zum Erreichen des Pensionsalters rückt das Ziel einer möglichst stabilen Pension oft in den Vordergrund.

Durch die Novelle wurde die Möglichkeit einer "Sicherheits-Pension“ geschaffen. Was muss ein Arbeitnehmer tun, um in den Genuss einer Sicherheits-Pension zu kommen?

Zakostelsky: In der Sicherheitspension garantiert die Pensionskasse die Höhe der Antrittspension unbefristet – Pensionskürzungen sind somit ausgeschlossen. Die Veranlagung ist konservativ ausgerichtet. Arbeitnehmer können ab dem 55. Lebensjahr in die Sicherheitsvariante wechseln. Für Leistungsbezieher gibt es bis 31. Oktober 2013 eine einmalige Übertritts-Frist. Wer übertreten möchte, muss dies bei der jeweiligen Pensionskasse beantragen.

Änderungen gibt es auch bei der Höchstgrenze für den Rechnungszins? Welche Auswirkungen hat das für die Bezieher einer Betriebspension?

Zakostelsky: Der Rechnungszins darf nun auch für neu hinzukommende Begünstigte in bestehenden Pensionskassen-Verträgen nicht über 3 % liegen. Diesen Maximalwert legt die FMA fest. Somit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, in der Folge Pensionserhöhungen vornehmen zu können.

Rechnen Sie durch die neuen Rahmenbedingungen mit einem zusätzlichen Rückenwind für die betriebliche Altersvorsorge? Was erwarten Sie bezüglich des Durchdringungsgrades gerade im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe?

Zakostelsky: Die PKG-Novelle steigert insgesamt die Attraktivität und langfristige Sicherheit von Betriebspensionen. Die variablen Beiträge mit dem niedrigen Sockelbetrag kommen den vielen Klein- und Mittelbetrieben sehr entgegen, die in wirtschaftlich angespannten Zeiten besonders bewusst kalkulieren müssen.

Wir danken für das Gespräch.