Herr Mag. Bauernhofer, welche Trends im Bereich Geldanlage zeichnen sich für das neue Jahr ab?
Es ist ja nicht zu übersehen, dass die Zinsen historisch sehr tief sind. Die Kunden suchen wieder gezielt Wertpapiere vor allem im Fondsbereich aus. Hier zeichnet sich wieder klar der Trend zu den drei großen Publikumsfonds der RCM ab (Raiffeisenfonds Sicherheit, Ertrag oder Wachstum). Die Kunden merken, dass Erträge nur über direkte Investitionen, also in Unternehmen bzw. Anteile davon in Form von Aktien, erzielt werden können. Trotz gefühlter schlechter Stimmung war 2012 ein sehr gutes Aktienjahr.
Wie wird sich die Inflation 2013 entwickeln?
Überraschenderweise wird die Inflation für 2013 trotz der Geldschwemme in den letzten Monaten im Rahmen bleiben. Die seit Mitte des Jahres 2012 wieder gestiegene Inflation wird über den Prognosehorizont spürbar zurückgehen. Nach einem Anstieg des HVPI (der Harmonisierte Verbraucherpreisindex) um 2,5 Prozent (2012) wird sich die Inflation in den Jahren 2013 und 2014 nach Ansicht der Experten der Österreichischen Nationalbank im Bereich des von der EZB angestrebten Preisstabilitätsziels von knapp unter zwei Prozent bewegen.
Was wird die Inflation unter die von der EZB gewünschten Marke von zwei Prozent bringen?
Über den Prognosehorizont führt die schwache internationale Konjunktur zu sinkenden Rohstoffpreisen. In Kombination mit einer günstigen Entwicklung der Lohnstückkosten ergibt sich produktionsseitig kein nennenswerter Preisdruck, weshalb die Inflation im Jahr 2013 auf 1,7 Prozent sinken wird. Für 2014 wird sogar ein weiterer leichter Rückgang auf 1,6 Prozent erwartet.
Wie werden sich die Zinsen im Euroraum und die wichtigsten Währungen entwickeln?
Inmitten der turbulenten Wirtschaftslage erwarten die Analysten von sechs österreichischen Banken bis Juni 2013 unter Annahme eines Normalszenarios keine großen Umbrüche bei Zinsen und Wechselkursen oder auch den Ölpreisen. Laut Alpbacher Zins- und Währungsprognose bleiben die Drei-Monats-Zinsen ebenso wie die Wechselkurse des Euro zu Dollar, Yen und Schweizer Franken und drei osteuropäischen Währungen weitgehend stabil.
Was bedeutet das konkret für den Anleger? Haben Sie allgemeine Empfehlungen?
Wenn man die Kaufkraft des Geldes erhalten will, so muss man schon ein paar Überlegungen anstellen und sich mit seinem Raiffeisenberater zusammensetzen, wie das erreicht werden kann. Als konkrete Empfehlung für den Anleger gebe ich die neue alte Devise aus, sein Vermögen sehr gezielt zu streuen und vor allem beim Vermögensaufbau die regelmäßige Ansparung zu nutzen.
Besprechen Sie Ihre Anlagestrategie in jedem Fall mit Ihrem Raiffeisenberater. Ihr Berater bietet Ihnen eine ganzheitliche Anlageberatung und maßgeschneiderte Lösungen. Vereinbaren Sie am besten einen persönlichen Beratungstermin.
23. Jänner 2013
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