21.05.2012
Gute Ergebnisse für das Jahr 2011 und ambitionierte Ziele für die Zukunft konnten Montagabend bei der Festveranstaltung anlässlich der ordentlichen Hauptversammlung der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft im Linzer Design Center vor mehr als 820 Gästen präsentiert werden. „Wir können gut mit Risiko umgehen, sind ausreichend mit Eigenkapital ausgestattet und orientieren uns an den Bedürfnissen unseren Kunden“, betonte Generaldirektor Dr. Heinrich Schaller. Daher sei es ihm zu wenig, die guten Ergebnisse und die hohen Kundenanteile der Raiffeisenbankengruppe OÖ nur zu verwalten. „Wir stellen den Anspruch, noch stärker zu werden.“ Dazu sei es notwendig, einzelne Geschäftsfelder zu evaluieren, auf Effizienzsteigerungen zu setzen und Synergien zu heben. „Allerdings darf dabei nie die Eigenständigkeit und Eigenverantwortung der einzelnen Raiffeisenbanken in Frage gestellt werden. Denn das ist ein wesentlicher Grund für den Erfolg von Raiffeisen in unserem Bundesland“, unterstrich Schaller, der auch auf Bundesebene innerhalb des Sektors stärker kooperieren will.
Auer: Bestätigung eines erfolgreichen Weges
Das Ergebnis 2011 zeige die Stärke der Raiffeisenlandesbank OÖ und sei gerade in Zeiten der Staatsschuldenkrise die Bestätigung eines erfolgreichen Weges, betonte Aufsichtsratspräsident NR Jakob Auer. „Wir haben die Kosten und die Risiken im Griff, Effizienzsteigerungerungen sind auf der Tagesordnung und die Raiffeisenlandesbank OÖ und die Primärebene waren und sind exzellent unterwegs“, so Auer weiter.
Raiffeisen ist mit 452 Bankstellen in den 444 Gemeinden in Oberösterreich vertreten. Auer: „Unsere außergewöhnliche Kundenorientierung bringt Erfolg. Wir sind in der Lage, für das Land, die Städte und die Gemeinden, für die Wirtschaft, für den ländlichen Raum, für internationale oder kommunale Projekte Lösungen anzubieten.“
Flurschäden der Finanzkrise sichtbar
Auer bezeichnete darüber hinaus Raiffeisen Österreich und Oberösterreich als stabilen Faktor. Bei Raiffeisen habe es nie eine Kreditbremse gegeben, dennoch seien die „Flurschäden durch die Finanzkrise noch immer sichtbar“. Auer kritisierte, dass Banken weiterhin undifferenziert über einen Kamm geschoren werden: „Es wird keine Unterscheidung zwischen dem Geschäftsmodell der traditionellen, soliden Kundenbanken und dem Modell der riskant agierenden Investmentbanken gemacht.“
Schaller: Banken müssen Realwirtschaft stärken
„Raiffeisen in Oberösterreich ist da, um die finanziellen Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen. Wir haben daher Möglichkeiten für die Veranlagung, für die Finanzierung und für die Eigenkapital-Beschaffung aufzuzeigen“, betonte Generaldirektor Schaller. Jetzt sei es insbesondere wichtig, Unternehmen mit ausreichender Liquidität zu versorgen. „Wir haben derzeit eine Situation einer sehr niedrigen Zinsphase, davon profitieren die Unternehmen gewaltig. Aber je stärker die Zinsen fallen, desto schwieriger wird es für die Banken.“ Schaller kritisierte, dass es Banken durch neue Vorschriften hinsichtlich Liquidität und Eigenkapitalausstattung zusätzlich erschwert werde, die Realwirtschaft mit Liquidität zu versorgen. „Raiffeisen hatte nie ein Problem mit dem Risiko oder der Eigenkapitalausstattung, trotzdem werden uns neue Vorschriften gemacht. Aber wir werden uns auch auf diese Verschärfungen einstellen“, so Schaller.
Österreich profitiert vom deutschen Wirtschaftsmotor
Optimistisch zeigte sich Schaller hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung. Durch die enge Verflechtung mit Deutschland könne Österreich von der stärkeren Wirtschaftsentwicklung des Nachbarn, der nach wie vor der Wirtschaftsmotor in der EU ist, profitieren. In Deutschland werde heuer ein Wachstum von 0,8 bis 1 Prozent erwartet, auch für Österreich gehen Experten von rund 0,8 Prozent aus. Schaller: „Wir haben uns daran zu orientieren, was Deutschland tut und welche Bedürfnisse die Unternehmen dort haben. Deshalb werden wir unser Engagement in Deutschland auch Schritt für Schritt verstärken.“
Griechenland-Problematik: Ende nicht vorhersehbar
Vorteile gegenüber anderen Ländern könne sich Österreich auch mit dem ambitionierten Sparprogramm verschaffen, „das die Regierung hoffentlich konsequent durchzieht“: „Dann ist das Budgetdefizit in Österreich kein Problem. Zu schaffen machen uns aber die Verhältnisse in anderen Ländern“, so Schaller. „Griechenland ist ein Problem, bei dem niemand weiß, wie es ausgeht und das niemand beeinflussen kann.“ Umso wichtiger sei es, dass die Kunden sich auf die Raiffeisenbankengruppe OÖ als sicheren und verlässlichen Partner verlassen können.
Erfreuliche Ergebnisse der Raiffeisenlandesbank OÖ
- Das qualitative Wachstum der Raiffeisenlandesbank OÖ spiegelt sich im Bilanzsummenwachstum wider: Die Bilanzsumme betrug zum Jahresende 2011 31,8 Milliarden Euro – ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber 2010.
- Überdurchschnittlich entwickelten sich die Kundeneinlagen, die um 7,4 Prozent auf sieben Milliarden Euro gesteigert werden konnten.
- Zusammen mit den eigenen Emissionen erreichten die Kundeneinlagen ein Volumen in Höhe von 14,7 Milliarden Euro.
- Die Kernkapitalquote liegt bei der Raiffeisenlandesbank OÖ auf sehr hohem Niveau. Das ausgewiesene Kernkapital betrug zum Jahresende 2011 2,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Kernkapitalquote von 10,5 Prozent.
- Auch im Jahr 2011 gab es in der Raiffeisenlandesbank OÖ keine Finanzierungsbremse. Die Kundenfinanzierungen konnten um 7,6 Prozent auf 16,7 Milliarden Euro gesteigert werden.
- Mit 288 Millionen Euro konnte die Raiffeisenlandesbank OÖ auch beim operativen Betriebsergebnis eine erfreuliche Entwicklung verzeichnen. Inklusive der Ausschüttungen aus thesaurierten Ergebnissen konnte ein Betriebsergebnis von 333 Millionen Euro erreicht werden.
- Im Geschäftsjahr 2011 wird ein operatives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 147,5 Millionen Euro ausgewiesen. Inklusive Ausschüttungen aus thesaurierten Ergebnissen ergibt sich eine Summe von 192,5 Millionen Euro. Somit konnte beim operativen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit im Jahr 2011 gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 7,7 Prozent erzielt werden.
Grußworte
Grußworte sprachen Dr. Christiana Dolezal, Vizebürgermeisterin der Stadt Linz, Dr. Christian Konrad, Generalanwalt des Österreichischen Raiffeisenverbandes, und Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer.
Dolezal: „Linz hat sich von einer Industriestadt zur Dienstleistungs-, Sport- und Kulturstadt entwickelt und verfügt über eine hohe Lebensqualität. Die Raiffeisenlandesbank OÖ hat sich dabei stark eingebracht und uns bei Projekten wie dem Blumau Tower, dem Dienstleistungszentrum und dem neuen Musiktheater unterstützt.“
Konrad: „Ich gratuliere euch zu dem, was ihr in den letzten Jahrzehnten in diesem Land und weit darüber hinaus geleistet habt. Von Raiffeisen Oberösterreich sind viele Benchmarks ausgegangen. Das ist bewundernswert im wohlverstandenen Geiste in der Umsetzung der Idee von Friedrich Wilhelm Raiffeisen.“
Pühringer: „Auf Raiffeisen ist Verlass. Raiffeisen Oberösterreich hat viele Betriebe durch die Krise begleitet und nicht fallen gelassen. Ihr habt nicht auf das Schwungrad der Finanzindustrie, sondern auf die Realwirtschaft gesetzt und habt so am Zukunftsland Oberösterreich entscheidend mitgebaut.“
Neues Aufsichtsratsmitglied und Ehrungen
Bei der ordentlichen Hauptversammlung gab es auch eine Änderung im Aufsichtsrat der Raiffeisenlandesbank OÖ: Josef Stockinger, Vorstandssprecher der OÖ Versicherung, folgt seinem Vorgänger Wolfgang Weidl.
Weiters wurden bei der Festveranstaltung am Abend zwei Persönlichkeiten mit dem Goldenen Giebelkreuz ausgezeichnet: Dr. Rudolf Binder, Verbandsdirektor des Raiffeisenverbandes OÖ, und Dr. Peter Koits, Bürgermeister der Stadt Wels.
Fotos
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Vorstand der Raiffeisenlandesbank OÖ (v.l.n.r.): Mag. Reinhard Schwendtbauer, Dr. Georg Starzer, Dr. Heinrich Schaller, Dr. Hans Schilcher, Mag. Michaela Keplinger-Mitterlehner, Mag. Markus Vockenhuber Download (jpg, 300 dpi) |
Dr. Heinrich Schaller, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank OÖ Download (jpg, 300 dpi) |


